Anti-Faschismus

7. März 2021

In dem Film ‚Inglourious Basterds‘ habe ich im Kino eine Szene gesehen, in der eine Gruppe amerikanischer Soldaten, die nur aus Juden zusammen gesetzt ist, zwei deutsche Soldaten gefangen nimmt und einen von ihnen zu Tode prügelt. Man will im Kino mit einem idealisierten Gefühl empfinden. Ich konnte nicht richtig empfinden. Den deutschen Soldaten tot zu schlagen war richtig wegen dem, was die Deutschen getan haben. Und ein deutscher Soldat, der sich ergeben hat, wird tot geprügelt. Ich habe nach diesem Film über diese Gefühle nachgedacht, das fremde Gefühl, das richtig sein muss, und das Gefühl des eigenen, das falsch sein muss, und mich an den jüdischen Witz erinnert: Die Deutschen werden uns nie verzeihen, dass sie uns umgebracht haben. Anders kann ich es nicht beschreiben. Es gibt keinen Ausweg daraus. Und ich suche ihn nicht. Nur die Zeit und an die Verbindungen wieder anzuknüpfen, die über die Jahrhunderte bestehen und in den Menschen. Aber die Sehnsucht ist groß, in einem anderen Land geboren zu sein, in einem anderen Land zu leben, in die Zeit davor zurück zu kehren und in eine andere Zukunft zu gehen. Ein anderer zu sein. Das Land zu verlassen, das zu einem weißen Fleck in den imaginären Karten der Welt geworden ist, aus allen Geschichten verschwunden, nur noch als eine Ortschaft mit einem deutsch klingenden Namen vorhanden, die den Ort des Bösen darstellt, in einem scheinbar leeren Raum zwischen Frankreich und Russland, in einem Land des Nichts einer unendlichen Geschichte. Man hätte das Unlösbare akzeptieren können. Aber die Sehnsucht ist zu groß, heraus zu treten, die Geschichte zu verlassen, Eindeutigkeit gewinnen. Richtig sein.